Volvo ist ein schwedischer Fahrzeugkonzern, der mit dem Verkauf von Ford im 2. Quartal 2010 zum chinesischen Automobil- und Motorradhersteller Geely gehört. Der Name Volvo stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ich rolle“.
Die Geschichte von Volvo beginnt im Juli 1924, als sich Assar Gabrielsson und Gustaf Larson zufällig in einem Stockholmer Restaurant trafen, das damals vor allem für seine schmackhaften Flusskrebsgerichte bekannt war: der „Sturehof“. Als sich beide zusammensetzten und gemeinsam tafelten, stellte sich bei der Konversation heraus, dass sich beide seit Jahren die Gründung einer schwedischen Automobilfabrik wünschten.
Die Firma Volvo war aber bereits vom schwedischen Kugellagerhersteller SKF 1915 als Tochtergesellschaft gegründet worden. Der Name wurde jedoch ab 1919 nicht weitergeführt. Im Herbst 1926 überzeugte Gabrielsson SKF, 200.000 Kronen Startkapital neben 150.000 Kronen aus seinem Privatvermögen in die Fahrzeugproduktion zu investieren.
Im Herbst 1924 begannen dann die Konstruktionsarbeiten für das erste Fahrzeug. Fast drei Jahre später, im April 1927, verließ der erste Volvo das Werk: der ÖV4. Das Ziel der beiden Gründer, Gustaf Larson und Assar Gabrielsson, war ein Automobil, das speziell auf die schwedischen Straßen- und Klimaverhältnisse zugeschnitten war. Schon damals stellte Volvo höchste Ansprüche an die Qualität: Entgegen der damals üblichen Praxis wurden die Einzelteile nach eigenen Konstruktionsplänen gefertigt und von erfahrenem, eigenem Personal montiert.
Der ÖV4 war ein vierzylindriger offener Wagen. Im Sommer des gleichen Jahres folgte der PV4, die geschlossene Variante. Bis 1929 wurden von beiden Typen 996 Fahrzeuge verkauft.
Dennoch konnten in den ersten Jahren mit der Automobilproduktion keine Gewinne eingefahren werden. Allein die LKW-Produktion sicherte das Überleben. Auch bei den schwedischen Taxifahrern genoss Volvo einen sehr guten Ruf. Von den weiteren zehn aufgelegten Fahrzeugserien, die bis 1958 erschienen, konnten nie über 6.200 Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden.
Erst die zwölfte Serie, der in Deutschland unter dem Namen „Buckelvolvo“ bekannte PV444 (1947–1958) und der Nachfolger PV544 (1958–1965), brachte mit insgesamt 469.409 verkauften Fahrzeugen den internationalen Durchbruch. Der Wagen hatte einen 4-Zylindermotor mit 40 PS und ein 3-Gang-Getriebe.
Eine sehr erfolgreiche Serie war auch der P120 mit dem Spitznamen „Amazon“, der von 1956–1970 über 660.000 Mal gebaut wurde und als erstes Fahrzeug Kopfstützen und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte in der Serienausstattung besaß. Volvo gelang es damit sein Image als besonders sicheres Fahrzeug speziell in den USA auszubauen. Äußerlich war der Wagen nicht mehr am amerikanischen Design ausgerichtet, sondern orientierte sich an italienischen Stileinflüssen.
Der sogenannte „Schneewittchensarg“, der Sportkombi P1800, wurde zum Kultwagen und Vorbild für heutige Lifestyle-Kombis, wenngleich auch nur 8.077 Exemplare gefertigt wurden. Bekannt wurde das zweisitzige Sportcoupé P1800 durch die TV-Serie „Simon Templar“ mit Roger Moore.
Ab 1967 wurde mit dem Volvo P140 die Basis für das noch heute bekannte eckige und funktionelle Volvo-Design gelegt. Ab 1968 ergänzte Volvo die Baureihe durch das luxuriöse Oberklassenmodell P164. Die innovative Bremsanlage bot hervorragende Sicherheitsstandards: Scheibenbremsen an allen vier Rädern sowie die Aufteilung in zwei Bremskreise, die eine fast volle Bremsleistung und stabiles Fahrverhalten selbst beim Ausfall eines der beiden Bremskreise gewährleistet. Auch das Konzept der Knautschzone wurde in den Fahrzeugen erstmals bei Volvo verwirklicht. 1975 erwarb Volvo die PKW-Sparte des niederländischen Herstellers DAF. Die modifizierten Fahrzeuge wurden als Volvo 66 weiter hergestellt und verkauft. Im folgenden Jahr wurden im niederländischen Werk dann die Modelle der Serie 300 produziert.
Mit der 200er-Serie, die 1974 die Baureihe 140/160 ablöste, war Volvo Vorreiter im Umweltschutz. Der Volvo 240 war weltweit das erste Fahrzeug mit Lambda-Sonde und Katalysator. Auch die passive Sicherheit war vorbildlich. Die Robustheit der Fahrzeuge prägte den Ruf Volvos, „sichere Autos aus Schwedenstahl“ herzustellen. Die Reihe erhielt viele Auszeichnungen wie „Auto des Jahres“ und „Sicherstes Auto des Jahres“. Die Serie 700 rollte ab 1982 vom Band, zunächst mit dem Topmodell 760 mit 6-Zylinder-Motor, dann mit dem 740 mit 4-Zylinder-Triebwerk.
Die Modelle konnten mit einem noch größeren Platzangebot als die 240er-Serie aufwarten. Auch ein Coupé war jetzt wieder im Programm, der 1985 vorgestellte 780. Die Autos zeichneten sich durch noch größere Langlebigkeit aus, waren die Karosserien jetzt bis zur Türscheibe verzinkt. Da auch die Motoren extrem durabel waren, wurden speziell in Schweden vielfach Laufleistungen von über 600.000 km erreicht.
An jüngere Käuferschichten wendete sich Volvo ab 1986 mit dem 480 ES, einem sportlichen Kombi, der als Fronttriebler Wegbereiter für zukünftige Modellentwicklungen war. Die 400er-Serie, inklusive der Mitteklasse-Limousinen 440 und 460, wurde in den Niederlanden gebaut.
Erfolgsmodelle der 90er-Jahre sind der Volvo 850 mit der Kombivariante und die entsprechenden Nachfolgemodelle V70 (Kombi) und S60 (Limousine). Die Baureihe wurde ferner erweitert um die erfolgreiche Offroad-Variante XC70. Die Lücke, die durch das Auslaufen der Modelle 440/460 entstand, wurde durch die Modelle S40 und V40 geschlossen.
Seit 2002 bietet Volvo auch ein großes SUV-Modell an, den XC90, der erstmalig in der Firmengeschichte mit einem Smallblock-V8-Motor aufwarten kann. Der Motor wurde in Kooperation mit Yamaha entwickelt.
Aktuelle Modelle der Marke sind die SUVs XC60, XC70 und XC90, die Kombis V50 und V70, die Limousinen S40, S60 und S80 sowie die Coupés C30 und C70.