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Die Volkswagen AG, kurz VW AG, ist Europas größter Automobilhersteller und die Nummer zwei weltweit hinter Toyota. Zum Konzern mit Hauptsitz in Wolfsburg gehören heute die Marken Audi, Škoda Auto, Seat, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge. VW ist ferner mit 49,9 % an Porsche beteiligt und mit 19,9 % an dem Automobil- und Motorradhersteller Suzuki.

Im März 1934 forderte Adolf Hitler anlässlich der Eröffnung der internationalen Automobilausstellung in Berlin ein Auto für die Massenmotorisierung des deutschen Volkes. Die Konstruktion sollte eine Dauergeschwindigkeit von 100 km/h möglich machen, auf unnötigen Zierrat verzichten und mit einem Preis von unter 1.000 Reichsmark für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich sein.

Der Österreicher Ferdinand Porsche, der in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro unterhielt und zuvor bereits für verschiedene konkurrierende Unternehmen arbeitete, bekam im Juni 1934 vom Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie den Entwicklungsauftrag für den Bau eines Prototypen. Die zu diesem Projekt befragten Automobilhersteller bezweifelten jedoch, dass es möglich sei, ein Fahrzeug zu dem geforderten Preis von unter 1.000 Reichsmark herzustellen.



Da die Automobilindustrie an einer Subventionierung des Volkswagens kein Interesse hatte, beauftragte Hitler die Deutsche Arbeitsfront (DAF) mit dem Bau der größten Automobilfabrik Europas. Im Mai 1937 wurde unter Aufsicht des Leiters der DAF die Gesellschaft zur Vorbereitung der Deutschen Volkswagens mbH gegründet. Einziges Produkt sollte der KdF-Wagen werden.
Das Werk wurde zu wesentlichen Teilen mit beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögen errichtet. Das Konzept des Volkswagens sah vor, dass der Kaufpreis von 990 RM in Raten zu je 5 RM angespart wurde. Die kalkulierten Kosten lagen jedoch mit 2070 RM wesentlich über dem Preis.
Der Geschäftsführer Bodo Lafferentz wählte den Standort für das neue Werk im dünn besiedelten Gebiet bei der Gemeinde Fallersleben nahe dem Schloss Wolfsburg. Die neu gegründete „Stadt des KdF-Wagens“ entstand auf dem Reißbrett. Dieser Standort im Urstromtal der Aller lag in der geografischen Mitte des Reiches und bot eine Verkehrsanbindung durch den Mittellandkanal, die Autobahn von Berlin nach Hannover und die Eisenbahnstrecke Berlin-Ruhrgebiet. Ein Autobahnanschluss und eine Verbindung zur Eisenbahnhauptstrecke mussten allerdings ebenso neu geschaffen werden wie die Elektrizitäts-, Wasserversorgung und die Telekommunikationsanbindung.

Produkt und Fertigungsanlage konnten von Ferdinand Porsche optimal aufeinander abgestimmt werden, so dass man mit einer stark reduzierten Anzahl an Blechteilen auskam. Die Fließbandfertigung von Ford in Detroit war Porsche Vorbild bei der Effizienz der Produktionsmethoden.



Der Rohbau der Produktionshallen wurde im März 1939 fertig, zur Produktion kam es aber nicht, da wichtige Werkzeugmaschinen fehlten, die für die Kriegsproduktion genutzt wurden. Während des 2. Weltkriegs wurde die Produktion auch im Volkswagenwerk auf Rüstungsgüter umgestellt. Es mussten Kriegsgefangene und Insassen von Konzentrationslagern Zwangsarbeit leisten, um unter anderem die Vergeltungswaffe V1 herzustellen.



Nach dem 2. Weltkrieg waren ca. 20 % des Werkes zerstört, aber 93 % der Maschinen noch funktionstüchtig. Die Zuständigkeit ging im Juni 1945 auf die britische Militärregierung über, die unter Leitung von Major Ivan Hirst mit der Serienproduktion beginnen lässt. So läuft bereits 1946 der erste Käfer vom Band, dessen Zukunft aber höchst ungewiss war.

Das ursprüngliche Interesse von Ford und der britischen Firma Humber an einer Übernahme von Volkswagen legte sich schnell nach einer Untersuchung, die dem VW Käfer eine vernichtende technische Bewertung gab und den Markt für das Fahrzeug fälschlicherweise als gering einstufte. Aus heutiger Sicht ist die Bewertung, die dem Käfer das Marktpotential absprach, nicht nachvollziehbar, beruhte die Konstruktion des mit 21 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften Autos zählenden Wagens doch auf der Grundkonzeption des Vorkriegsmodells.



Nachdem die Nachfrage an Dienstfahrzeugen gedeckt war, wurden die ersten zivilen Fahrzeuge hergestellt und auf Initiative von Hirst ein Kundendienst- und Vertriebssystem – auch im Ausland – aufgebaut sowie Qualität und Produktionskapazitäten gesteigert.

1949 übergab die britische Militärregierung das Unternehmen in die Treuhandschaft des Landes Niedersachsen; verbunden mit der Auflage, die Eigentümerrechte gemeinsam mit dem Bund auszuüben und den anderen Bundesländern sowie den Gewerkschaften großen Einfluss einzuräumen. Das Unternehmen wurde von da an als Volkswagenwerk GmbH geführt. Das Volkswagenwerk in Wolfsburg sollte zur größten Automobilfabrik der Welt werden.

Im März 1950 beginnt die Serienproduktion des Typ 2, der die Produktpalette erweitert. Der Volkswagen Bus, der vielen noch heute als VW Bully bekannt ist, erfreut sich dank seiner Multifunktionalität einer rasch wachsenden Nachfrage. 1956 wird mit dem Werk Hannover ein eigener Produktionsstandort für den Transporter und damit der Kern der heutigen Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge geschaffen.



1955 wurde in Wolfsburg die Fertigstellung des 1-millionsten Volkswagens gefeiert.

1960 beschloss der Deutsche Bundestag, das staatliche Unternehmen überwiegend zu privatisieren. Aus diesem Grund wurde die Volkswagenwerk GmbH 1960 in eine Aktiengesellschaft mit dem neuen Namen Volkswagen AG umgewandelt. Je 20 % der Anteile verblieben beim Land Niedersachsen und beim Bund. Das Volkswagengesetz, das besagt, dass kein Anteilseigner mehr als 20 % an Stimmrechten ausüben darf, schützt vor feindlichen Übernahmen und Sperrminoritäten, verstößt aber nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes gegen EU-Recht.

1962 beschäftigte der Gesamtkonzern 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 6,4 Milliarden DM.

Im Oktober 1964 übernahm die Volkswagenwerk AG die Auto Union GmbH von Daimler-Benz. Das Unternehmen mit Sitz in Ingolstadt sicherte den Wolfsburgern neue Technologien, wie die Wasserkühlung im Motorenbau und den Frontantrieb.



Unter dem Markennamen Audi hatte Volkswagen erstmals eine zweite Konzernmarke im Angebot, in die 1969 das Unternehmen NSU integriert wurde.

Nach dem Tode von Heinrich Nordhoff im April 1968 wurde Kurt Lotz Vorstandsvorsitzender von VW. Im September 1971 trat Lotz zurück. Sein direkter Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wurde Rudolf Leiding.

Unter Leidings Lenkung wurde Volkswagen 1972 Produktionsweltmeister: Mit 15.007.034 montierten Wagen löste der VW Käfer den bis dato gültigen Produktionsrekord des Anfang des 20. Jahrhunderts von der Ford Motor Company gebauten T-Modells ab. Im Jahre 2002 verwies der VW Golf mit 21,5 Millionen gebauten Einheiten den Käfer auf Platz drei in der Rangfolge der am meisten produzierten Automobile. Produktionsweltmeister blieb der Toyota Corolla, gefolgt vom VW Golf. Das T-Modell von Ford belegte den vierten Platz.

1973 geht der Passat als erstes Modell der neuen Volkswagen-Generation in Produktion – mit Frontantrieb, wassergekühltem 4-Zylinder-Motor und verschiedenen Motorstärken bis zu 110 PS. Der Passat wird nach dem Baukastenprinzip gefertigt, das durch standardisierte, in verschiedenen Modellen einsetzbare Bauteile erhebliche Rationalisierungspotenziale freisetzt.

VW war Anfang der 1970er-Jahre in wirtschaftliche Probleme geraten: Die Käfer-Nachfrage ging stetig zurück, und die auf dem gleichen Konzept basierenden größeren Modelle VW 1500/1600 und VW 411/412 konnten keinen Ausgleich mehr bieten. Als Retter erwies sich die 1964 zugekaufte Audi NSU Auto Union AG:
Mit Rückgriff auf Audi-Komponenten gelang es in kürzester Zeit, ein modernes, attraktives Modellprogramm anzubieten. Von der bereits 1970 vorgestellten NSU-Entwicklung VW K 70 abgesehen, war erster Vertreter der wassergekühlten Frontantriebs-Modelle der mit dem 1972 eingeführten Audi 80 fast identische Passat, welcher im Mai 1973 in Produktion ging.

Im Frühjahr 1974 erschien der Scirocco, im Sommer 1974 folgte der Golf. Die Kompakt-Limousine entwickelt sich rasch zum Verkaufsschlager und wird legitimer Nachfolger des legendären Käfer.



1975 erschien der Polo, der äußerlich mit dem bereits einem Jahr zuvor eingeführten Audi 50 bis auf eine Krümmung des Kofferraumdeckels identisch war. Gefertigt wurde nach dem Baukastenprinzip, das durch in verschiedenen Modellen einsetzbare Bauteile erhebliche Einsparpotenziale freisetzte. Nachteilig war, dass sich nun VW- und Audi-Modelle sehr ähnelten.

1976 rollen die ersten Golf GTI vom Band. Der Wagen sorgt mit seinen 110 PS für Furore auf den Straßen – und legt den Grundstein für eine Legende.



Im Juni 1983 beginnt die Produktion der zweiten Golf-Generation. In der eigens hierfür gebauten Endmontagehalle 54 wird erstmals roboterunterstützt ein Fahrzeug gebaut, das in seinen konstruktiven Details auf eine sehr weitgehend automatisierte Montage abgestimmt ist.



Mit dem Produktionsanlauf des Lupo 3L TDI, des ersten in Serie gebauten 3-Liter-Autos, schreibt Volkswagen im Juli 1999 erneut ein Stück Automobilgeschichte.

Pünktlich zur Jahrtausendwende eröffnete VW die neue Marken-Erlebniswelt „Autostadt“. In dem Dienstleistungs-, Kompetenzzentrum und Freizeitpark können Kunden ihren Neuwagen abholen, das Automobilmuseum besuchen und sich über die Produktpalette in den jeweiligen Markenpavillons informieren lassen.



Bei der Volkswagen Slovakia, a.s. in Bratislava läuft im August 2002 die Serienfertigung des Touareg an, ein Geländewagen der Oberklasse, mit dem die Marke Volkswagen in ein neues Marktsegment vorstößt.

Die „Auto 5000 GmbH“, die auf dem Werksgelände in Wolfsburg eine Fabrik unterhält, nimmt im Dezember 2002 die Fertigung des Kompakt-Vans Touran auf. Für die schlanke Produktion mit flachen Hierarchien, Teamarbeit, flexiblen Arbeitszeiten und mehr Prozesskompetenz der Beschäftigten ist ein spezielles Tarifmodell entwickelt worden.

Mit neuer Dynamik im Design und in der Fahrzeugtechnik geht 2003 die fünfte Generation Golf an den Start. Das Modell hatte 2004 mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Der im Vergleich zum Golf IV identische Einstiegspreis passte nicht zur schlechten Konjunktursituation und der damit verbundenen Kaufzurückhaltung in Deutschland. Zudem verstärkte sich 2004 der Preiskampf in der Automobilbranche weiter.
Um den Absatz zu steigern, entschied sich der Konzern für eine in der VW-Modellgeschichte einzigartige Rabattaktion, die „Jubiläumsaktion 30 Jahre Golf“ genannt wurde. Alle Golf-V-Käufer erhielten bis zum September 2004 die Klimaanlage gratis dazu.

Im Januar 2007 trat Martin Winterkorn, ehemaliger Audi-Chef, die Nachfolge von VW-Chef Bernd Pischetsrieder als Vorstandschef an. Winterkorns Aufgabe war und ist, die Kernmarke VW wieder profitabel zu machen und insbesondere auf dem Heimatmarkt Europa wieder die Gewinnzone zu erreichen sowie den Konzern im globalen Wettbewerb optimal zu positionieren.



Die aktuellen Modelle sind der Kleinstwagen Fox, der Kleinwagen Polo V, die Kompaktklassefahrzeuge Golf VI und New Beetle, das Coupé Scirocco III, das Stufenheckmodell Jetta V, das Cabrio Eos, die SUV Tiguan und Touareg, der Kompaktvan Touran, das Mittelklassemodell Passat B6, der Van Sharan sowie die Oberklasse-Limousine Phaeton.



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