Peugeot ist mit einem Alter von über 100 Jahren einer der ältesten noch existierenden Automobilhersteller der Welt. Peugeot produziert heute nicht nur im 1912 gegründeten Stammwerk in Sochaux sondern in weiteren französischen Werken, in Europa sowie in Argentinien. Mit Citroën bildet Peugeot gemeinsam die PSA-Gruppe, dem achtgrößten Hersteller weltweit.
Die Geschichte von Peugeot begann in dem kleinen Ort Hérimoncourt in der Region Doubs, in der Peugeot-Mühle in der Region Sous-Cratet. Im Jahre 1812 wandelten Jean-Frédéric und Jean-Pierre Peugeot ihre Mühle in eine Fabrik für Formpressstahl um, um dort Sägeblätter, Uhrenfedern und polierten zylindrischen Stahl herzustellen – damit war das erste Unternehmen der „Peugeot-Frères“ (die Brüder Peugeot) gegründet.
Im Jahr 1840 wurde die Kaffeemühle von Peugeot das wichtigste Gerät in der Küche, ganz zu schweigen von der berühmten Pfeffermühle, die auch heute noch hergestellt wird.
Im Jahr 1882 begann Peugeot dann mit der Herstellung der ersten Fahrrads – dem „Grand-Bi“.
Bei Peugeot erkannte man sehr schnell, dass die Zukunft in der Motorisierung von zwei- und dreirädrigen Fahrzeugen lag. Das erste Motorrad wurde im Jahr 1898 gefertigt.
Gemeinsam mit seinem Bruder Eugène gründete Armand Peugeot die erste Werkstatt Frankreichs für die Herstellung des „Velozipeds“ und konstruierte ein dreirädriges Auto mit einem Dampfmotor von Serpollet, das man heute als Prototyp bezeichnen würde.
Erst mit der Umstellung zu Typ 2 wurde der Wechsel auf Benzinmotoren vollzogen, die allerdings von der Daimler-Motoren-Gesellschaft kamen.
Im Jahre 1896 gründete er das Unternehmen Société Anonyme des Automobiles Peugeot. Im Jahr 1910 gründeten die drei Söhne von Armand und Eugène Peugeot dann eine GmbH: die Firma „Automobiles et Cycles Peugeot“.
Im Jahr 1905 existierten zwei Peugeot-Marken nebeneinander: die „Automobiles Peugeot“, hergestellt in Audincourt (Doubs) und in Lille von Armand Peugeot, und „Lions Peugeot“, hergestellt in Beaulieu (Doubs) von der Firma „Fils de Peugeot Frères“ (Söhne der Peugeot-Brüder). Beide Hersteller schlossen sich 1910 zu einem einzigen Unternehmen zusammen und nannten sich „Société des Automobiles et Cycles Peugeot“.
Im Jahr 1912 wurde die Fabrik in Sochaux gebaut. Zunächst wurden dort nur LKW hergestellt, aber im Jahr 1925 wurde der Standort Sochaux dann der Hauptsitz für die Produktion von Peugeot-PKW. Bei der Automesse 1912 lockte das neue Modell „Bébé“ große Menschenmengen an den Messestand von Peugeot. Dieses von Ettore Bugatti entworfene Fahrzeugmodell war ein kleines Auto, aber gut ausgestattet mit einer Windschutzscheibe, einer Motorhaube und Scheinwerfern, deren Betrieb nur „einen Schilling pro Kilometer“ kostete.
Das Modell 201 wurde bei der Messe in Paris im Jahr 1929 vorgestellt. Bei diesem Modell wurde erstmals ein Nummerierungssystem mit einer zentralen ‚0‘ eingeführt: Die erste Zahl gibt die Größe an, die dritte Zahl gibt die zeitliche Reihenfolge an, und die ‚0‘ ist das Bindeglied zwischen den einzelnen Zahlen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Modell 203 bei der Messe in Paris im Oktober 1948 präsentiert, es war sofort ein Erfolgsmodell.
Im Jahr 1959 wurde das bereits 1955 eingeführte Modell 403 der erste Peugeot in Massenproduktion, der mit einem Dieselmotor ausgerüstet war. Dieses Modell war das erste Peugeot-Modell, das von dem italienischen Designer Pininfarina entworfen wurde. Im Jahr 1965 hat Peugeot dann stark expandiert und wurde zu dem Unternehmen „Peugeot S.A.“, einer Holdinggesellschaft, die alle verschiedenen Gesellschaften der Firmengruppe kontrolliert. Das erste frontangetriebene Modell – der Peugeot 204 – wurde im gleichen Jahr auf den Markt gebracht. Kurz danach kam das Modell 504 in der Coupé-Version und als Cabrio heraus; beide Versionen stammen von dem Designer Pininfarina. Die Modellreihe „4“ war fast fertig, als 1972 der 104 auf den Markt kam und 1976 der 604.
Die Modelle 305 und 505 kamen im Jahr 1977 bzw. 1979 auf den Markt. Das Unternehmen „Peugeot S.A.“ hat dann die Firma Citroën und die Firma ‚Chrysler Europe‘ übernommen.
Die Siege bei den Internationalen Rallye-Meisterschaften haben mit dazu beigetragen, daß die Umsätze weiter gestiegen sind. Das Modell 309 war der erste PKW, den Peugeot in Poissy (in der Region Paris) und in Ryton (England) produziert hat; die Standorte wurden von der Firma Chrysler übernommen.
Das Modell 405 bildete dann das von den Käufern schon lang erwartete Nachfolger-Modell des 404ers. Davon wurden über 1.600.000 Stück verkauft.
Ende der 80er-Jahre etablierte sich Peugeot auch mit dem 905 im Bereich der Sportwagenrennen. Dabei wurden 1992 und 1993 die 24 Stunden von Le Mans gewonnen sowie die Sportwagen-Weltmeisterschaft des Jahres 1992.
Des Weiteren war Peugeot zwischen 1994 und 2000 als Motorenlieferant für verschiedene Formel-1-Teams tätig.
Im Jahr 1994 kam Peugeot schließlich auf dem Monospace-Markt mit dem Modell 806 heraus, das im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Peugeot S.A. und Fiat entwickelt wurde; dieses Modell wurde in dem neuen Werk „Sevel-Nord“ in Valenciennes produziert.
Das Modell 406 kam erstmals im Jahr 1995 auf den Markt, 1997 auch als elegante und attraktive Coupé-Version. Entworfen und produziert von dem Designer Pininfarina gewann der 406 den Titel „International bestgeformtes Coupé 1997“ bei der Triennale in Mailand und „Bestaussehender Pkw 1998“ beim Festival in Chamonix.
Aktuelle PKW-Modelle sind der Kleinstwagen 107, der Kleinwagen 207, die Kompaktklasse 308, die obere Mittelklasse 508, das Coupé RCZ der Crossover 3008, der Kompaktvan 5008, der Van 807.