Die 1926 gegründete Automarke Mercedes-Benz entstand durch den Zusammenschluss der Daimler-Motoren-Gesellschaft von Gottlieb Daimler und der Benz & Cie von Carl Benz.
Gottlieb Daimler wird am 17. März 1834 in Schorndorf bei Stuttgart geboren. Er ist der Schöpfer des ersten leichten, schnelllaufenden Viertakt-Benzinmotors, der 1883 seine ersten Umdrehungen macht und unter der Nummer DRP 28022 patentiert wird. Der Motor ist gedacht als universeller mobiler und stationärer Antrieb von Kutschen, Lokomotiven, Booten, Luftfahrzeugen und Maschinen aller Art. Die erste Daimler-Motorkutsche rollt 1886 auf die Straße.
Zehn Jahre nach Daimler, am 25. November 1844, erblickt Carl Benz in Karlsruhe das Licht der Welt. Auch Benz realisiert einen schnelllaufenden Viertakt-Benzinmotor, den er in ein eigenständiges, nicht mehr an eine Kutsche erinnerndes Fahrgestell einbaut und damit 1886 das erste ganzheitliche Automobil auf seine vorerst drei Räder stellt.
Wichtigste Merkmale des 1885 realisierten zweisitzigen Gefährtes sind der kleine, schnelllaufende Einzylinder-Viertaktmotor, liegend im Heck eingebaut, der Stahlrohrrahmen, das Differential und drei Drahtspeichenräder. Der Motor leistet 0,75 PS (0,55 kW).
Am 29. Januar 1886 meldet Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die Patentschrift DRP 37435 gilt somit als die Geburtsurkunde des Automobils.
Mit der Erfindung des schnelllaufenden Motors und des Automobils legen Gottlieb Daimler und Carl Benz in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander den Grundstein für den motorisierten Individualverkehr. Beide bringen ihre privaten Entwicklungsarbeiten mit Hilfe von Geldgebern und Teilhabern ins eigene Unternehmen ein: In Mannheim gründet Benz im Oktober 1883 die Firma Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik, in Cannstatt entsteht im November 1890 die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG).
Um ihre Produkte bekannt und unverwechselbar zu machen, suchen beide Firmen nach einem einprägsamen Warenzeichen. Zunächst sind es die Namen der Erfinder selbst, „Benz“ und „Daimler“, die für den Ursprung und die Qualität der Motoren und Fahrzeuge bürgen. Die Schutzmarke von Benz & Co. verändert sich namentlich nicht – nur anstelle des Zahnrades von 1903 umgibt ab 1909 ein Lorbeerkranz den Namen. Für die Fabrikate der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) jedoch taucht nach der Jahrhundertwende der völlig neue Markenname „Mercedes“ auf.
Dieser Markenname entstand erst um die Jahrhundertwende, inspiriert durch den Geschäftsmann Emil Jellinek, der ab 1898 mit Daimler-Fahrzeugen handelte. Ab 1899 nahm Jellinek unter dem Pseudonym Mercedes (angelehnt an den Kosenamen seiner Tochter Mercédès Jellinek) unter anderem an der Rennwoche von Nizza teil.
1900 vereinbarte Jellinek die Fertigung des neuen, leistungsstarken Motorenmodells „Daimler-Mercedes“, wodurch der Name Mercedes erstmals als Produktbezeichnung genutzt wurde.
Nachdem 1901 mehrere dieser Mercedes-Fahrzeuge erfolgreich bei der Rennwoche von Nizza antraten, steigerte sich der Bekanntheitsgrad von Mercedes enorm, so dass 1902 die Marke Mercedes für die DMG gesetzlich geschützt wurde. Der für die Marke bekannte Mercedes-Stern wurde 1909 als Warenzeichen eingetragen und wird seit 1910 auch als Kühlersymbol verwendet. Überlieferungen zufolge kennzeichnet der Stern die Produkte in der Frühzeit des Unternehmens: Motoren zu Lande, zu Wasser und in der Luft auf der ganzen Welt.
Die Daimler-Motoren-Gesellschaft schloss sich 1926 unter Federführung der Deutschen Bank mit dem Konkurrenten Benz & Co. zusammen und bildete die Daimler-Benz AG. Daraus ergab sich der neue Markenname Mercedes-Benz.
Mit diesem Zusammenschluss begann der Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Autohersteller der Welt. Fahrzeuge wie der SSK oder der 549 K und nicht zuletzt die Nobelkarossen Maybach, die allesamt auf Mercedes-Fahrgestellen entstanden, empfahlen das Unternehmen schon in den 30er-Jahren für eine luxusorientierte Klientel. Die Legende der S, SS, SSK und SSKL nahm am 19. Juni 1927 ihren Lauf. Beim „Großen Preis von Deutschland“, dem Eröffnungsrennen des Nürburgrings, belegten die 180 PS starken Mercedes-Benz S die Plätze eins bis drei. Ab Ende 1928 fuhr auch die bis zu 250 PS starke Kurzversion, der SSK (Super-Sport-Kurz), von Sieg zu Sieg.
1931 präsentierte das Unternehmen den „170er“ (W 15). Der fortan kleinste Mercedes-Benz gehörte im Wettbewerbsvergleich zwar immer noch zu den luxuriösen Modellen, war aber doch für eine größere Klientel erschwinglich.
Trotz seiner aufwändigen Technik mit erstmals eingesetzter Einzelradaufhängung an der Vorder- und Hinterachse kostete er in der Grundversion 4.400 Reichsmark. Mindestens das Fünffache musste bezahlen, wer sich für einen der wunderschönen Mercedes-Benz 500 K entschied. In diversen Karosserie- und Fahrgestellversionen gebaut, setzte der 1934 vorgestellte und 160 PS starke Kompressor-Wagen die Tradition der Typen S bis SSK fort.
Am 3. Juni 1934 gewann Manfred von Brauchitsch mit einem W-25-Grand-Prix-Wagen das Internationale Eifelrennen auf dem Nürburgring und leitete so die Epoche der Silberpfeile ein.
Auf dem Pariser Salon des Jahres 1936 wurde erstmals das Nachfolgemodell des 500 K, der 540 K vorgestellt. Der Achtzylinder-Kompressor leistete nun 180 PS; vor allem als Cabriolet und später als atemberaubend schöner Spezialroadster wurde dieser Wagentyp zu einem der begehrtesten Sportwagen der Welt.
Auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung (IAMA) in Berlin zeigte das Unternehmen seinen Mercedes-Benz 260 D – den ersten in Serie produzierten Diesel-PKW der Welt. Der anfangs nur als Pullman-Landaulet gebaute, 45 PS starke Selbstzünder erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 97 km/h.
Der erste Mercedes-Benz nach dem 2. Weltkrieg ist der 170 V. Die robuste Limousine war mit einem sparsamen 38-PS-Vierzlinder ausgerüstet.
Im Mai 1949 hatten die Dieselvariante 170 D und das Luxusmodell 170 S ihr Debüt. Die Dieselvariante entwickelte sich schnell zum Bestseller, da nur dieser Kraftstoff ohne Engpässe lieferbar war.
Im April 1951 präsentierte die Daimler-Benz AG während der ersten Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt die zwei gänzlich neuen Modelle des Typs 220 und 300. Mit dem Mercedes-Benz 220 gab es endlich wieder ein Fahrzeug der Oberklasse. Sein Motor leistete 80 PS und ermöglichte in Verbindung mit der komfortablen Reiselimousine eine respektable Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Bis 1955 entstand der 220 in verschiedensten Karosserievarianten. Besonders das Cabriolet A und das Coupé erreichten dabei einen Imagestatus, der sie noch heute zu wertvollen Sammlerobjekten macht.
Weltweite Aufmerksamkeit genoss während der IAA im Jahre 1951 der Mercedes-Benz 300. Als Staatslimousine schrieb er in Deutschland unter der inoffiziellen Bezeichnung „Adenauer-Mercedes“ Geschichte und chauffierte Menschen wie den US-Präsidenten John F. Kennedy.
Im März 1952 stellte Mercedes-Benz den 300 SL (W 194) Rennsportwagen-Prototyp vor. Fünf Monate später feierte das Rennteam einen Vierfachsieg mit dem 300 SL auf dem Nürburgring. Weitere drei Monate später gewann Karl Kling auf einem 300 SL die abenteuerliche „Carrera Panamericana“. Der Fahrer, das Auto und das Rennen gingen in die Geschichte des Automobilsports ein.
Es war 1954, als Mercedes-Benz während der „International Motor Sports Show“ in New York auf der Basis des W 194 seinen neuen Supersportwagen mit der Bezeichnung 300 SL (W 198) vorstellte.
Obwohl konstruktiv eng mit dem Motor der 300er-Staatskarosse verwandt, wurde sein Sechszylinder konsequent als reinrassiger Rennmotor konzipiert. Er war der weltweit erste Viertaktserienmotor mit einer Benzin-Einspritzanlage. Jedes Detail dieses Automobils war Ausdruck einer Innovationskraft, die aus dem Motorsport stammte: Seine unvergleichliche Leichtbau-Stahlblech-Karosserie mit ihren nach oben aufschwingenden Türen, der Stahlrohr-Gitter-Rahmen und nicht zuletzt sein für die damaligen Verhältnisse sagenhaftes Leistungspotenzial machten den 215 PS starken 300 SL zum absoluten Ausnahmefahrzeug seiner Zeit. Je nach Übersetzung der Hinterachse erreichte er Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h.
1959 verkaufte Daimler-Benz erstmals über 100.000 Mercedes-Benz-PKW. Dass diese Zahl erreicht wurde, lag auch an der neuen Oberklasse-Limousine, die Daimler-Benz im selben Jahr vorstellte: die 220er-Modelle der Baureihe W 111. Aufgrund ihrer Heckpartie, die mit dezenten „Flossen“ Anklänge an die US-Fahrzeuge jener Epoche zeigte, entstand im Volksmund bald die Bezeichnung „Heckflosse“. Die Limousinen wurden ausschließlich mit Sechszylindermotoren angeboten.
Weltweit erstmalig kam hier die von Béla Barényi bei Daimler-Benz entwickelte Sicherheitskarosserie zum Einsatz. Das patentierte Konzept der definierten Knautschzonen in Verbindung mit einer hochfesten Fahrgastzelle und einem „entschärften“ Innenraum brachte den Durchbruch für die passive Sicherheit.
1961 erweiterte Mercedes-Benz die Baureihe nicht nur um ein Coupé und Cabriolet, sondern führte auch das neue Spitzenmodell 300 SE (W 112) mit 160 PS und Luftfederung ein. Die Sechszylinder-Baureihen W 111 und W 112 gehören zu den Vorgängermodellen der Mercedes-Benz S-Klasse. Im selben Jahr wurde die „Heckflossen“-Modellpalette durch die Vierzylindertypen 190 und 190 D (später 200 und 200 D) ergänzt.
Den weltweit ersten Sportwagen mit Sicherheitskarosserie bot das Unternehmen ab 1963 an: den neuen 230 SL. Die hoch stehenden Scheinwerfer des bis 1971 gebauten Roadsters (ab 1967 als 250 SL, ab 1968 als 280 SL) waren in modifizierter Form auch in einer neuen Staatslimousine wiederzufinden, dem Mercedes-Benz 600. Er debütierte im September auf der IAA und wurde zum internationalen Inbegriff des „Made in Germany“. Seine Luftfederung, ein hydraulisches Servosystem zum Steuern der automatischen Fensterheber oder zum Zuziehen der Kofferraumklappe, sein 250 PS starker V8 und nicht zuletzt die elegante, 5,45 Meter lange Karosserie charakterisierten ihn über viele Jahre hinweg als fortschrittlichste Luxuslimousine seiner Zeit.
Mercedes-Benz festigte in den folgenden Jahren seine Rolle als Technologieführer. Die S-Klasse etablierte sich als erfolgreiche Oberklasse-Baureihe in fast allen Ländern der Welt. Zwischen 1965 und 1998 stellte Mercedes-Benz fünf Generationen in diesem Segment vor. Jede Generation beanspruchte, das Nonplusultra in den Bereichen Komfort, Sicherheit und Antriebstechnik darzustellen.
Heute gehören nicht nur V6-, V8- und V12-Benzinmotoren, sondern auch hochmoderne Diesel-Motoren zum Antriebsspektrum der S-Klasse. Im Sommer 2000 erschien der 184 kW/250 PS starke Mercedes-Benz S 400 CDI. Das V8-Common-Rail-Triebwerk galt nicht nur als der leistungsstärkste, sondern zugleich auch als der wirtschaftlichste Motor seiner Hubraum- und Zylinderklasse. Er verbrauchte nur 9,6 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer.
Heute deckt Mercedes-Benz das gesamte automobile Spektrum vom Kompaktklassewagen über die Oberklasse bis zum Supersportwagen ab. Beim Letzteren spielt der Name AMG eine große Rolle. Mercedes-AMG wurde 1967 unter der Firmierung AMG als Tuningbetrieb für Fahrzeuge von Mercedes-Benz von den ehemaligen Daimler-Benz-Mitarbeitern Hans-Werner Aufrecht und Erhard Melcher in Burgstall bei Stuttgart gegründet. Das „Tuningkonzept“ bei AMG beruht heute nicht mehr nur auf stärkeren Motorisierungen und dezenten Veränderungen im Bereich der Karosserie, sondern auf umfassenden Anpassungen des gesamten Fahrzeuges. Das beinhaltet Komponenten (Getriebe, Fahrwerk, Bremsen) und deren Steuer- und Regelsysteme (z.B. für ABS, ESP, Bremsen und Fahrwerk).
Die AMG-Modelle bilden in den Modellreihen ab der C-Klasse das jeweilige Topmodell im Mercedes-Benz-PKW-Programm und können direkt bei Mercedes-Benz-Händlern geordert werden.