Lancia wurde 1906 in Turin von Vincenzo Lancia und seinem Freund Claudio Fogolin, einem ehemaligen Fiat-Versuchsfahrer, als Lancia & C. Fabbrica Automobili gegründet und gehört seit 1969 zum Fiat-Konzern.
Bekannt ist die italienische Marke zum einen durch zahlreiche wegweisende Innovationen im Automobilbau – u.a. durch die erste selbsttragende Karosserie – zum anderen kann Lancia auf eine erfolgreiche Tradition im Rallyesport zurückblicken.
Wie die meisten anderen italienischen Autohersteller baute Lancia auch Nutzfahrzeuge. Diese Sparte ging jedoch 1975 im ebenfalls zu Fiat gehörenden Hersteller IVECO auf.
1908 wurde das erste Fahrzeug der Marke, der Typ 12 HP, später auch Alpha genannt, vorgestellt. So wie auch der erste Wagen mit 12 PS wurden alle Fahrzeuge bis 1919 nach der Motoleistung benannt (HP steht für Horse Power, engl. Pferdestärke). Später kamen Modellbezeichnungen nach dem griechischen Alphabet hinzu. Von 1931 bis 1972 wurden die Fahrzeuge nach bekannten Straßen in Rom benannt: Appia, Aurelia, Fulvia, Flavia. Dann wurden teilweise wieder die alten Namen nach dem griechischen Alphabet gebraucht: Beta, Delta, Gamma. Anfang der 80er-Jahre wurde diese Nomenklatur dann erneut mit den Modellbezeichnungen Thema und Dedra durchbrochen. Der Name „Delta“ wurde nun ausgeschrieben, statt den griechischen Buchstaben zu verwenden.
Die Fahrzeuge von Lancia wurden in der Vergangenheit oft im Rallyesport eingesetzt. Die Scuderia Lancia mit ihrem legendären Fahrer Juan Manuel Fangio konnte mit dem Lancia D24 einige Erfolge feiern.
Der Hersteller war dann auch kurze Zeit in der Formel 1 aktiv, bevor sein Fahrer Alberto Ascari 1955 infolge eines schweren Crashs in Monza verstarb. Als Reaktion verschenkte Lancia alle sechs Wagen an die Scuderia Ferrari, die 1956 mit dem Lancia den Titel holten. Bei der offiziellen Rallye-WM konnte der Hersteller mit dem Lancia Fulvia 1972 das Siegerpodest besteigen. Sowohl mit dem Lancia Stratos wie auch mit dem Lancia Beta setzten die Italiener die Siegesserie bei der Rallye-WM fort. Danach kam die Zeit des Lancia Delta, der in verschiedenen Ausführungen etliche Siege und Titel holte. Stärkste Variante war der Lancia Delta S4, ein so genanntes „Gruppe-B-Monster“ mit 480 PS. Die Fahrzeuge waren auf Grund ihrer Kraft kaum zu kontrollieren. In der Rallye-WM gab es seit 1970 neun Weltmeister mit einem Lancia.
Der Lancia Delta Integrale gilt bis heute als das erfolgreichste Rallye-Auto überhaupt. 1992 wurden jedoch alle Motorsportaktivitäten eingestellt und innerhalb des Fiat-Konzerns auf die Marke Alfa Romeo übertragen.
Lancia hat eine bewegte Geschichte hinter sich, von einem unabhängigen, hochpreisigen und technisch orientierten Hersteller, der große Rallye-Erfolge erzielen konnte, zu einer Marke, die Unterschlupf unter dem Dach des Fiat-Konzerns gefunden hat. Neben Alfa Romeo und Fiat konzentriert sich Lancia auf die etwas besser ausgestatteten und optisch extravaganteren Modelle, die sich von der Masse absetzen sollen. Obwohl Lancia in der Vergangenheit ein Premiumhersteller mit Modellen für die Schönen und Reichen war, wurde mit dem Y10 seit 1985 auch ein Kleinwagen angeboten. Die aktuellen Modelle neben dem Y10 sind der Delta in der Mittelklasse, der Thesis in der oberen Mittelkasse, der Musa Minivan und der Van Lancia Phedra.