Auto-Ankauf.com - ein Service der Auto-Bodenheimer GmbH - kostenlose Hotline: 0800 64 64 864

Jaguar Cars Ltd., kurz Jaguar mit Sitz im mittelenglischen Coventry, ist eine der bekanntesten britischen Automobilmarken und 50 Jahre untrennbar mit dem Gründer Sir William Lyons verbunden.



Das 1922 als Swallow Sidecars von William Lyons und William Walmsley gegründete Unternehmen stellte zunächst Motorradbeiwagen her. Dabei ergänzte Walmseys Technikverstand Lyons Geschäftstüchtigkeit.

Nach dem Umzug in eine größere Werkstatt wurden Spezialkarossen hergestellt. Es wurden Optimierungen an bestehenden Fahrzeugen wie dem Austin Seven, dem Morris Cowles oder dem Fiat 509 mit dem Ziel durchgeführt, diese schneller zu machen.

Lange konnte das die Tüftler nicht ausfüllen, so dass 1931 auf der Londoner Motor Show zwei eigene Fahrzeuge vorgestellt wurden, der SS 1 und der SS 2. Mit ihrem Design und den hervorragenden Fahreigenschaften sorgten die günstigen Modelle für großes Aufsehen. Der Name Jaguar sollte erst vier Jahre später zur Einführung einer neuen Sportwagenserie erscheinen. Zusammen mit dem Motorspezialisten Harry Weslake wurden 1935 die legendären Jaguar-Modelle SS 90 und SS 100 vorgestellt, die noch heute zu den schönsten Sportwagen der Automobilgeschichte zählen. 1945 wurde der Name der Automarke offiziell in Jaguar geändert.

Als Ergebnis der Forschungsarbeit der 40er-Jahre wurde 1948 der XK 120 vorgestellt. Der zweisitzige Sportwagen, der als Roadster und Coupé ausgeliefert wurde, sollte den Ruf der Marke Jaguar begründen.

Die 120 im Namen stand dabei für die Höchstgeschwindigkeit von 120 Meilen pro Stunde. Die für die damalige Autowelt fast unmögliche Geschwindigkeit wurde in ersten Fahrversuchen mit 126 Meilen pro Stunde bestätigt.



Auch der in der Folge für den amerikanischen Markt entwickelte MK VII war überaus erfolgreich. Binnen weniger Wochen wurde ein Bestellvolumen von 30 Millionen Pfund übertroffen. Das gab Jaguar die finanziellen Möglichkeiten für weitere Entwicklungsarbeit. Ergebnis war der Sportwagen XK 140; das im Jahr 1954 vorgestellte Modell besaß eine 190 PS starke Maschine und löste den XK 120 ab.

Mit der 1958 eingeführten Limousine die bereits über Servolenkung und Scheibenbremsen verfügte und dem Sportwagen XK 150 war Jaguar endgültig dem Kreis der Nobelautohersteller zuzurechnen. Aber auch das Segment der „Familienwagen“ wollten die Engländer erobern. Der 1955 erschienene Compact Saloon erhielt nach anfänglichen Absatzproblemen, speziell auf dem amerikanischen Markt, eine stärkere 3,4-l-Maschine. Im Oktober 1959 präsentierte man das daraus weiterentwickelte Modell Mark 2, ein besonders mit der nun auch hier erhältlichen 3,8-l-XK-Maschine geradezu klassischer Tourenwagen.

1960 kaufte Lyons die Daimler Motor Company, den bis Mitte der fünfziger Jahre vom britischen Königshaus bevorzugten Fahrzeughersteller. In der Folge gab es parallel zu den Jaguar-Modellen entsprechende aufgewertete Daimler-Schwestermodelle.



1961 gelang Lyons ein besonderer Coup: Auf dem Genfer Autosalon stellte er den neuen E-Type vor, der in den 60er-Jahren als Synonym für die Superlativen der Technik und des Designs im Sportwagenbau stand. Der Jaguar E-Type ist heute ein begehrter Oldtimer.



Keineswegs vernachlässigt wurde auch der Bau von Familienlimousinen. Mit dem XJ 6 und dem auf Drängen des amerikanischen Marktes nach mehr Leistung entwickelten XJ 12 gelangen Lyons, der inzwischen zum Sir geadelt wurde, innovative Meilensteine des Automobilbaus.

Ende der 60er-Jahre gab es mehrere Fusionen im britischen Automobilsektor, so wurden die Marken Jaguar, Austin, Rover, Morris und andere in der British Leyland zusammengefasst. Unter dieser Ägide büßte Jaguar den Großteil des mühsam erworbenen Images wieder ein – der innovative Anspruch der Marke konnte nicht gehalten werden. Erst 1980 ging es mit Jaguar durch eine Reprivatisierung und die Übernahme durch John Egan wieder aufwärts. Ende der 80er-Jahre wurde Jaguar von Ford übernommen, behielt aber seine Selbstständigkeit, was die Entwicklung neuer Modelle betrifft. Mit dem XK8 etablierte man einen würdigen Nachfolger des legendären E-Type.

Weitere Strategie von Ford war die Erweiterung der Produktion von 60.000 auf 200.000 Fahrzeuge pro Jahr mit Hilfe zweier kompakter Limousinentypen. Während der seit 1999 ausgelieferte S-Type die in ihn gesetzten Erwartungen auch qualitativ erfüllte, wollte dies mit dem kleineren, allradgetriebenen X-Type, der ab 2001 gefertigt wurde, nicht gelingen.
Mit der 2003 eingeführten Baureihe X 350 leistete Jaguar mit seinem Spitzenmodell allerdings auch technologisch wieder Pionierarbeit: Diese Limousine war Jaguars erster Versuch mit einer Vollaluminium-Konstruktion in der Serienproduktion, die so gut wie vollständig ohne die bei anderen Fabrikaten üblichen Strangpressprofile auskam.

Mit dem im Jahr 2005 eingeführten Aluminium-Sportwagen XK/XKR wurde die Marke Jaguar auch für Sportfahrer wieder attraktiver. Die Kompressorausführung des 4,2-l kam auf 416 PS. Ab April 2009 wurden 5-l-Triebwerke mit 385 bzw. 510 PS eingesetzt.

Zur IAA stellte Jaguar 2007 den neuen XF vor. Die Stufenhecklimousine der oberen Mittelklasse wendet sich von der traditionellen Formensprache des Jaguar S-Type ab. Der Wagen ging erst im Frühjahr 2008 in Produktion, und schon ein Jahr später wurden die Dieselmotoren auf 3 Liter (240 oder 275 PS) und der große Benziner auf 5 Liter (385 oder 510 PS) vergrößert.

Aktuelle Modelle sind der XF (obere Mittelkasse), der XJ (Oberklasse) und der Jaguar XK/XKR (Sportwagen).

Seit dem Verkauf im März 2008 gehört Jaguar mit Land Rover der indischen Tata Motors, dem größten Automobilhersteller Indiens.



Impressum