„Das erste Automobil, dem ich begegnete, verlor etwas Öl. Ich war vom Geruch des Öls im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert, ich beugte mich über den Ölfleck, hielt meine Nase daran und rieb meine Hände mit den Resten ein. In dieser Sekunde war mir klar, dass ich eines Tages Autos bauen würde.“
Sōichirō Honda (1906–1991)
Die Geschichte von Honda geht zurück auf das Jahr 1946 mit der Gründung des Technical Research Institute in Yamashita. In der kleinen vom Krieg beschädigten Fabrik wurden die ersten motorisierten Fahrräder gebaut. 1947 folgten die ersten Motorräder vom Typ A und B. Die im Werk Noguchi produzierten Zweiräder erreichten auf dem heimischen Markt mit einer Stückzahl von 300 im Monat einen Marktanteil von 60 %.
Mit einem Grundkapital von 1 Millionen Yen (ca. 8.400 €) gründete Sōichirō Honda am 24. September 1948 die Honda Motor Co. Ltd. 1950 erweiterte Honda das Unternehmen um eine Verkaufsniederlassung in Tokyo. Die Cub – ein motorisiertes Fahrrad – entwickelte sich 1952 zum Verkaufsschlager. 1958 wurde das Unternehmen mit der Einführung des Super Cub, eines leichten Motorrads, zum verkaufsstärksten Unternehmen seiner Branche.
Schon früh begann Honda mit dem Motorsport. 1961 gewann Mike Hailwood für Honda die Klassen 125er und 250er bei der Isle of Man TT.
1962 startete Honda mit dem kleinen Truck T360 und dem kleinen Cabrio S360 ins Automobilgeschäft, Kleinwagen, die von einem Motor mit obenliegender Nockenwelle angetrieben wurden.
Das T stand für Truck und das S für Sportscar, die Zahl 360 für den Hubraum in ccm. 1965 brachte Honda das leistungsstärkere Coupé S600 und den L700, der auf Grund seines Platzangebots „Wagon“ genannt wurde, heraus.
Mit dem S800 wurde 1966 die Sports-Serie leistungsmäßig nach oben erweitert. Das Fahrzeug wurde als Coupé oder Cabrio ausgeliefert und leistete beachtliche 67,2 PS bei 7.570 U/min. Das agile und 760 kg leichte Fahrzeug erreichte so eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Mit einer damals herausragenden Literleistung von 84,9 PS/l stellte Honda seine Fähigkeiten im Motorenbau eindrucksvoll unter Beweis. Heute ist Honda mit einer Jahresproduktion von 22 Millionen Motoren der größte Motorenhersteller der Welt.
Mit dem Kompaktklassewagen Honda Civic, dem wohl bekanntesten Honda-Automobil, traf der Hersteller 1972 den Nerv der Zeit. Der Civic ist bis heute das Volumenmodell von Honda: er wurde bisher mehr als 16 Mio. Mal gefertigt und ist damit eines der erfolgreichsten Kompaktautos weltweit.
1976 folgte mit dem Accord der Schritt zu größeren Modellen und damit der Durchbruch auf den Exportmärkten. Mit dem Fahrzeug etablierte sich Honda in der Mittelklasse.
1990 stellte Honda seinen High-Tech-Sportwagen NSX vor. Er war das erste serienmäßige Vollaluminium-Fahrzeug. Der zwischen 1990 und 2005 gefertigte Wagen wurde von einem hochdrehenden 3,0-l-V6-Motor angetrieben.
Mit dem von 1999–2009 gebauten Honda S2000 hatte der Hersteller ferner einen Sportwagen und Roadster für breite Käuferschichten im Programm. Mit dem S2000 brachte Honda Rennsporttechnik auf die Straße und knüpfte an die früheren heckgetriebenen Sportwagen der Honda S600 und Honda S800 aus den 60er-Jahren an. Bis heute ist die Leistung von 88 kW (120 PS) pro Liter Hubraum für Saugmotoren in Großserienfahrzeugen unerreicht. Seine hohe spezifische Leistung erreicht der S2000 durch hohe Drehzahl. Der Drehzahlbegrenzer setzt erst bei über 9.000 U/min ein, was für straßenzugelassene Fahrzeuge ungewöhnlich spät ist.
Honda engagierte sich mehrfach in verschiedenen Klassen des Automobilsports. Dabei verfolgte das Unternehmen über die Jahrzehnte sehr unterschiedliche Konzepte. Teilweise lieferte es lediglich Motoren für bestehende Teams, die die Triebwerke in eigenen Autos unter eigener Leitung einsetzten; daneben betrieb Honda aber in der Formel 1 auch wiederholt ein sog. Werksteam, das eigene Motoren und eigene Autos an den Start brachte.
Als weltweit größter Motorradhersteller bietet Honda Modelle in allen Klassen und Kategorien an. Das derzeit schnellste Motorrad der Produktion ist die bereits 1997 präsentierte Honda CBR 1100 XX Blackbird mit 286 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Zum weltweit sechsgrößten Automobilhersteller gehört ferner die Marke Acura, die Oberklassemodelle und aufgewertete Fahrzeuge aus der Honda-Palette auf dem nordamerikanischen und chinesischen Markt vertreibt.
Die Honda-Produktpalette in Europa umfasst heute die Modelle Jazz (ein Kleinwagen), Insight (Kompaktlasse Hybridauto), Civic (Kompaktklasse), Civic Hybrid, Accord (Mittelklasse), CR-V (SUV) und Legend (Limousine der oberen Mittelklasse).