„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“
Henry Ford (1863–1947)
Henry Ford, Bauernsohn, geboren 1863 in einer Kleinstadt in Wayne County, in der Nähe von Dearborn westlich von Detroit, besuchte nur die Volksschule, war aber schon sehr früh technikbegeistert. In einem Werkraum, den er selbst eingerichtet hatte, baute er seinen ersten Verbrennungsmotor im Alter von 15 Jahren.
1891 wurde Ford als Ingenieur bei der Edison Illuminating Company eingestellt. Nach seiner Beförderung zum Chefingenieur 1893 hatte er nun genügend Zeit und Geld, um sich seinen persönlichen Experimenten mit Verbrennungsmotoren zu widmen. Seine Experimente gipfelten 1896 in der Fertigstellung eines selbstangetriebenen Fahrzeugs, dem Quadricycle.
Nach diesem Erfolg verließ Ford Edison Illuminating und gründete mit weiteren Investoren 1899 die Detroit Automobile Company. Während dieser Zeit ließ Ford seine Fahrzeuge Rennen gegen die anderen Hersteller fahren, um die Überlegenheit seiner Modelle zu demonstrieren. Er selbst errang in seinem Quadricycle am 10. Oktober 1901 einen Sieg gegen Alexander Winton, einen bekannten Rennfahrer. Dennoch war die Detroit Automobile Company kurze Zeit später insolvent.
Henry Ford gründete 1903 mit elf weiteren Investoren und 28.000 US-Dollar Kapitaleinlage die Ford Motor Company.
1908 brachte die Ford Motor Company sein Modell T – auch bekannt als Tin Lizzy – auf den Markt.
Dieses Auto sollte eines der bahnbrechenden Modelle der Automobilgeschichte werden. Und eines der meistverkauften.
Dieser Titel wurde ihm erst am 17. Februar 1972 durch den VW Käfer abgenommen. Zwischen 1908 und 1927 wurden 15 Mio. Stück gebaut. Das bereits 1913 am Fließband gefertigte Modell war auf einfachste Bedienung und Reparaturfreundlichkeit ausgelegt, weswegen der Wagen keine konventionelle Gangschaltung mit Kupplung und Schalthebel hat. Der Motor verzichtet auf Wasserpumpe und Ölfilter, es gibt keine Benzinpumpe, keinen Ölpeilstab. Die Konstruktion ist simpel und dadurch äußerst langlebig, fast alle Reparaturen können ohne Spezialwerkzeuge ausgeführt werden. Der Wagen war nur in der Standardfarbe schwarz erhältlich. Als Unternehmer wurde Ford regelmäßig für sein soziales Engagement gelobt. Nirgendwo verdiente ein Fabrikarbeiter besser als bei Ford.
Ende der 20er-Jahre wurde das T-Modell abgelöst durch den Ford A, den sein in das Unternehmen integrierter Sohn Edsel entwickelte. Auch dieses Modell war mit einer Gesamtstückzahl von über 4 Mio. äußerst erfolgreich.
Die Schattenseite des Jahrhundertunternehmers war seine antisemitische Überzeugung. Von 1919 bis 1927 gab Ford eine antisemitische Zeitung heraus, für die er selbst schrieb. Ferner veröffentlichte er einen Vierbänder mit dem Titel „The international jew, the worlds foremost problem“. Zum Dritten Reich pflegte er enge Kontakte und unterstütze durch Fertigungswerke die Aufrüstung der Deutschen. 1947 verstarb Ford im Alter von 83 Jahren. Die Geschichte des Unternehmens Ford ging jedoch sehr erfolgreich weiter.
Die deutsche Tochter Ford Motor Company AG produzierte ab 1925 zunächst die gleichen Modelle, entwickelte aber ab Mitte der 30er-Jahre eigene, europäische Modelle.
Ab November 1948 stellten die Ford-Werke in Köln das Vorkriegsmodell des „Buckeltaunus“ wieder her; die erste Neukonstruktion nach dem 2. Weltkrieg, der „Weltkugeltaunus“ (Taunus 12M – Meisterstück) folgte im Januar 1952. Da das deutsche Unternehmen eine amerikanische Mutter besaß, wurden die deutschen Produktionsanlagen weitgehend von den Bombenangriffen der Alliierten verschont.
Nach dem Krieg distanzierte man sich aber so weitgehend von den deutschen Werken, dass die Fahrzeuge nicht mehr Ford genannt werden durften. Das änderte sich erst 1967 mit dem Ford Taunus P 6. Das gefährdete jedoch nicht den Erfolg von Ford in Deutschland: 1958 wurden erstmals mehr als 100.000 Autos im Jahr produziert.
In den 70er-Jahren enstanden Erfolgsmodelle wie der Ford Escort und das sportliche Coupé Capri. Mit dem Sierra präsentierte Ford 1982 ein Auto mit mutigem Design, das sich deutlich vom Wettbewerb abhob.
Alle Versuche in der Oberklasse Fuß zu fassen misslangen mit dem noch recht erfolgreichen Granada vor allem aber mit dem Scorpio, dessen Nachfolgemodell 1991 in Deutschland auf Grund seines Designs bei der Zielgruppe ganz durchfiel.
1996 gelang Ford mit dem Ka im neuen New-Edge-Design die erfolgreiche Einführung eines Kleinstwagens. Mit dem 1998 weltweit eingeführten Focus gelang es Ford, im verlorenen Segment der Kompaktklasse wieder Anschluss zu finden.
In den USA konnte Ford die Fachwelt vor allem mit dem 1954 eingeführten Thunderbird und dem ab 1964 gebauten Musclecar Ford Mustang überzeugen, der seinen großen Auftritt im Kultfilm Bullit mit Steve McQueen aus dem Jahr 1968 hatte. Der Ahnherr aller Ponycars verdrängte den Ford Thunderbird als Nummer 1 der Sportwagen von Ford.
Neben der Stammmarke Ford gehören heute die Marken Lincoln, Mercury und Troller zum Konzern. Ford hält ferner eine Minderheitsbeteiligung von 13,4 % an Mazda. Die Marken Jaguar und Land Rover wurden im März 2008 an die Tata-Gruppe verkauft. Die Marke Volvo soll im 2. Quartal 2010 an den chinesischen Hersteller Geely verkauft werden.
Aktuelle Modelle im Vertrieb von Ford in Deutschland sind Ka, Fiesta, Focus, Mondeo, Fusion, C-Max, S-Max, Galaxy und der Ford Kuga.