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Der größte italienische Autohersteller, die Nummer neun weltweit, wurde 1899 von acht Turiner Geschäftsleuten gegründet, unter ihnen Giovanni Agnelli Senior, der Großvater des 2003 verstorbenen Präsidenten Gianni Agnelli. Fiat ist Akronym von Fabbrica Italiana Automobili Torino.



Von 1899 bis 1900 wurden 20 Exemplare des ersten Modells, dem 3 1/2 HP, einem Auto mit 3,5 PS und Boxermotor, hergestellt. 1900 folgte darauf der 6/8 HP, aus dem 1901 der 8 HP abgeleitet wurde. 1903 wurde der 12 HP ausgeliefert. In diesem Jahr begannen nach den Exporten nach Frankreich und England auch die in die USA. Die Jahresproduktion betrug 134 Fahrzeuge. Von 1960 bis heute hat sich Fiat zu einer internationalen Firmengruppe entwickelt, die neben der Autoproduktion im Versicherungsgeschäft, in der Bankenlandschaft und vielen anderen Wirtschaftszweigen präsent ist. Neben dem Flugzeug- und Flugmotorengeschäft werden Staukraftwerke und Bauteile für Kernkraftwerke gefertigt. Fiat ist ferner bekannter Hersteller von Schiffsmotoren und Straßenbahnen. Die Neigezugtechnik deutscher ICEs stammt teilweise von Fiat (Ferroviaria). Im Automobilgeschäft belebte Fiat in den 60er-Jahren die Marke Autobianchi wieder.

Fiat benutzte die Marke Autobianchi, um neue Technik in kleinen Serien am Markt auszuprobieren, ohne den Ruf der Marke Fiat zu gefährden. Autobianchi waren immer etwas edler gestaltet und ausgestattet als ihre Vettern von Fiat.

Sie bedienten einen Nischenmarkt und waren folglich auch teurer. Bekannt wurde Autobianchi in den 60er-Jahren mit der Primula und der Giardiniera, einem Kombi auf Basis des Fiat Nuova 500. Die Primula war das erste Auto aus dem Fiat-Konzern mit Frontantrieb, Quermotor und Heckklappe.

Später kamen der A111 und der A112. Der A111 war eine dem Fiat 124 ähnliche viertürige Limousine, allerdings mit Quermotor und Frontantrieb. Der A112 hatte die gleiche Technik wie der spätere Fiat 127. Überhaupt waren die 60er-Jahre ein großer Erfolg für Fiat: 1966 erwarb man eine Beteiligung an Ferrari und 1969 die hoch verschuldete Marke Lancia, die trotz ihres guten Rufs nicht genügend Kapital für die Entwicklung neuer Modelle aufbringen konnte. Aber Fiat selbst war auch alles andere als untätig. Mit den Modellen Fiat 128 und 127 hatte man 1969 und 1971 Europas Autos des Jahres im Programm. Auch der Fiat 124 erwies sich als großer Verkaufserfolg, obwohl Fiat zunehmend mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hatte. Neben der internationalen Ausweitung der Produktion beschloss man Kooperationen mit den Marken Peugeot, Saab, Alfa Romeo und Ferrari. Neben den Großserienmodellen entwickelte Fiat 1066 Sondermodelle wie das Fiat Dina Coupé, das Fiat 124 Sport Coupé und den Sport Spider sowie das Modell Fiat 130 als große Limousine und Coupé.

Anfang der 70er-Jahre war man in Konkurrenz zu VW, dem größten Automobilkonzern in Europa mit dem Werbeslogan angetreten: „Fiat – jede Größe, jede Leistung, von 18 bis 180 PS“ – und war damit der einzige Hersteller, der eine so umfangreiche Produktpalette anbieten konnte.





Ab Mitte der 70er-Jahre begann der Abstieg – erst schleichend, dann mit großem Tempo. Schon der 132 konnte den 125 nicht ersetzen, noch weniger der 131 Mirafiori den 124. Der Ritmo erreichte in Konkurrenz zum VW Golf nicht den Erfolg des 128. Der Uno war zwar erfolgreich, wurde jedoch viel zu lange durchgeschleppt, bis er durch den Punto abgelöst wurde.

In große Schwierigkeiten stürzte Fiat die Entscheidung notwendige Investitionen im PKW-Bereich in den Nutzfahrzeugbereich zu verlagern. Zeugen der Entwicklung waren eine verfehlte Modellpolitik mit einer schwachen Angebotspalette sowie die mangelnde Qualität der Fahrzeuge.



Der Marktanteil sank in den 90er-Jahren kontinuierlich und erreichte zu Beginn des neuen Jahrtausends kritische Werte. Kritiker sehen die Hauptschuld bei Giovanni Agnelli, dem 2003 verschiedenen Fiat-Vorstandsvorsitzenden. Analysten sind sich darüber einig, dass der Enkel des Fiat-Gründers durch verfehlte Managementpolitik das Unternehmen schwer beschädigt habe. Umberto Agnelli leitete ein umfassendes Restrukturierungsprogramm ein, um die Fiat-Gruppe zu retten. Die Familie Agnelli unterstützte das Hilfsprogramm ihrerseits mit einer Finanzspritze von 750 Mio. Euro. Gerade als die umfassenden Strukturierungsmaßnahmen zu greifen begannen – Fiat brachte neue vielversprechende Modelle wie den Minivan „Idea“ mit höheren Qualitätsansprüchen auf den Weg –, verstarb am 27. Mai 2004 mit Umberto Agnelli der letzte Enkel des Firmengründers.

Nach der Auflösung der zunehmend beengenden Allianz mit General Motors wurden mehrere neue produktspezifische industrielle Kooperationen eingefädelt – unter anderem mit PSA, Ford und Tata Motors.
Für das vierte Quartal 2005 konnte die Personenwagentochter Fiat Auto erstmals seit viereinviertel Jahren wieder einen Betriebsgewinn verbuchen. Auch der Absatz der neuen Modelle entwickelt sich vielversprechend. So war der Grande Punto im ersten Quartal 2006 der meistverkaufte PKW Europas. Außerdem erhielt Fiat für den Sedici 7000 Vorbestellungen innerhalb der ersten 10 Tage, somit verkaufte Fiat auf einen Schlag 2/3 der vorgesehenen 10.000 Einheiten bis Ende 2006. Für den neuen Fiat Bravo waren 70.000 Einheiten bis Ende Februar 2008 zum Verkauf geplant, im August 2007 wurden jedoch schon über 80.000 verkauft.

Der neue Fiat 500 wurde nicht nur zum Auto des Jahres 2008 gewählt, er übertraf auch jegliche Erwartungen, was das Bestellaufkommen betrifft. Experten deuten dies als Zeichen einer geglückten Sanierung.



Die Fiat Group hält aktuell folgende PKW-Marken: Autobianchi, Lancia, Alfa Romeo, Innocenti, Maserati, Ferrari (zu 85 %). Ferner gab Fiat S.p.A. im Januar 2009 bekannt, sich mit 35 % an der Chrysler Group zur Gründung einer Allianz beteiligen zu wollen. Zurzeit hält Fiat 20 % an Chrysler.

Aktuelle PKW-Modelle sind der Fiat 500, der Panda, der Punto, Bravo, Linea, Croma, Quibo, Doblò, Ulysse und der Fiat Sedici.



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