„Ein Auto muss man zuerst träumen.“
Enzo Ferrari, 1898–1988
Die Automarke Ferrari ist untrennbar mit ihrem Namensgeber Enzo Ferrari und seinem berühmten Rennteam, der Scuderia Ferrari, verbunden.
Als Sohn einer norditalienischen Familie wurde Enzo Anselmo Ferrari am 18. Februar 1898 in der Emilia-Romagna geboren. Bereits im Jahr 1920 wurde Enzo Ferrari Chefwerksfahrer der Alfa-Crew, als er den zweiten Platz in der Targa Florio holte, die seinerzeit zu den Grand Slams Europas zählte. In den 47 Rennen, an denen Enzo Ferrari als Fahrer teilnahm, holte er über ein Dutzend Siege für Alfa Romeo ein und war erfolgreichster Newcomer unter den Fahrern Italiens.
1929 gründete der gelernte Kraftfahrzeugschlosser Ferrari seinen eigenen Rennstall die Scuderia Ferrari, mit ihrem neuen Sitz in Modena, die mit Fahrzeugen von Alfa Romeo an den Start ging.
Nachdem Ferrari seine aktive Laufbahn beendet hatte, wurde er stellvertretender Leiter des Alfa-Romeo-Teams. Die Zusammenarbeit mit Alfa Romeo endete 1939. Gleichzeitig wurde die Scuderia Ferrari ein unabhängiger Rennstall. Dieser zog 1943, nachdem das Werk im 2. Weltkrieg von alliierten Bombern fast vollständig zerstört wurde, von Modena nach Maranello um. Drei Jahre später konstruierte das Ferrari-Team erstmals einen Rennwagen, und im Jahr danach folgte der erste Sieg.
Der erste „echte“ Ferrari war der 1947 gebaute Ferrari 125 C Sport mit einem 1,5-Liter-V12-Motor.
Ferrari baute damals in erster Linie Rennwagen für Sportwagenrennen wie die Mille Miglia, die auch an Kunden verkauft wurden, um Geld zu verdienen.
Daraus entwickelte Ferrari Straßenwagen, die mehr für den alltäglichen Einsatz als für den Renneinsatz geeignet waren. Für das unverwechselbare Styling sorgten Pininfarina, Scaglietti, Bertone und Vignale.
Ferraris wurden das unverwechselbare Accessoire der Reichen und Schönen. Die kleinen hochgezüchteten V8- und V12-Motoren mit ihrem charakteristischen Klang, hoher Leistung und schönem Aussehen machten und machen einen Ferrari begehrenswert.
Enzo Ferrari selbst war hauptsächlich an der Entwicklung reiner Rennwagen interessiert, aber die Straßenversionen wie der 250er in den 50er-Jahren entstanden, um mit dem Erlös weitere Entwicklungen für Rennwagen zu finanzieren. Die Abscheu für seine Kunden war bekannt, so war er stets enttäuscht darüber, dass die meisten seiner Kunden die Fahrzeuge nur wegen des Renommees und nicht wegen der rennsporttauglichen Leistung kauften. Aus dieser Haltung resultierte auch die ständige Geldknappheit im Hause Ferrari, die schließlich zu Übernahmegesprächen mit Ford führte, die Ferrari jedoch am Ende zum Scheitern brachte. Ford fühlte sich herausgefordert und baute daraufhin ein eigenes Rennsportfahrzeug, den legendären GT-40, der 1966 bei den 24 Stunden von Le Mans einen Start-Ziel-Sieg für Ford einfuhr. Ferraris Dominanz im Motorsport war damit gebrochen.
1969 ging Ferrari jedoch endgültig das Geld aus, und er musste in eine Übernahme durch den Fiat-Konzern einwilligen.
Dieser Schritt verschafft Ferrari finanziellen Rückhalt und die Möglichkeit, seine Rennsportträume weiter zu verwirklichen. Unter Fiat werden mehr und mehr Straßenfahrzeuge gebaut, die sich für den täglichen Gebrauch eignen. Dies bringt vor allem auf dem amerikanischen Markt große Erfolge. Immer wieder gelingt es Ferrari in den kommenden Jahren mit den Erfahrungen der Konstrukteure des Rennsports im Rücken Seriensportwagen zu konstruieren, die Maßstäbe setzen.
Auf Grund der hohen Preise bleibt der absolute Marktanteil des Fabrikats aber sehr gering, was allerdings gerade für viele Kunden die Exotik und die Strahlkraft der Marke ausmacht.
Da es als nahezu undenkbar galt, dass es Ferraris ohne Enzo gibt, stiegen nach dem Tod des Gründers die Preise mancher Modelle um ein Vielfaches. Die Zeit bewies das Gegenteil, denn nicht nur mit dem Supersportwagen Enzo, der 2002 vorgestellt wurde und dessen limitierte Auflage von 349 Stück bereits vor Produktionsbeginn ausverkauft war, gelang es Ferrari, an alte Erfolge und Erfolgsmodelle anzuknüpfen.
Basierend auf dem Ferrari Enzo, der intern als FX bezeichnet wird, wurde im Jahr 2005 eine weitere Sonderserie unter dem Namen Ferrari FXX gebaut. Diese auf 20 Fahrzeuge begrenzte Sonderserie ist der derzeit stärkste Traum eines Ferraris mit 800 PS. Der Stückpreis beträgt EUR 1,5 Mio.
Speziell in Deutschland konnte die Marke durch die Erfolge von Michael Schumacher in der Formel 1 ihren enormen Prestigebonus noch steigern.
Während seiner Ära bei Ferrari von 1996–2006 fuhr er von 2000–2004 insgesamt fünf WM-Titel ein. Schumacher wechselte vom englischen Benetton-Team nach Italien, obwohl der Traditionsrennstall in den letzten Jahren technisch und organisatorisch hinterherhinkte, da unter anderem ein klassisch starker, aber durstiger und schwerer V12-Motor verwendet wurde. Ferrari hatte seit Jody Scheckter 1979 keine Fahrer-WM gewonnen und war seit Jahren nicht mehr konkurrenzfähig. Die Weichen für eine bessere Zukunft waren durch Teamchef Jean Todt allerdings bereits gestellt worden, so dass hoffnungsvoll nach vorn geblickt werden konnte. Die Hoffnungen, die man in Schumacher setzte, waren insbesondere bei den italienischen Medien und Tifosi hoch. Gianni Agnelli, der Fiat- und Ferrari-Chef, wurde mit den Worten zitiert: „Wenn Ferrari mit Michael Schumacher nicht Weltmeister wird, dann werden wir es nie mehr.“
Aktuelle Modelle sind das Coupé 458 Italia, der Roadster mit Stahldach California, die Coupés 599 GTB und 612 Scaglietti und der Supersportwagen FXX Evolution.