Die Geschichte der Audi AG hat ihren Ursprung im Jahr 1873, als die Firma NSU als mechanische Werkstatt von Christian Schmidt und Heinrich Stoll in Riedlingen an der Donau gegründet wurde.
Über Strickmaschinen und Fahrräder kam man schnell zum Bau von Motorrädern und später auch zum Automobilbau. Nach dem 2. Weltkrieg wurde NSU zur größten Motorradfabrik der Welt und schrieb 1967 mit dem von einem Wankelmotor angetriebenen NSU Ro 80 – dem letzten Fahrzeug mit dem traditionsreichen Namen NSU – nochmals Automobilgeschichte.
Der eigentliche Ursprung des Namens Audi liegt jedoch in den 1909 gegründeten Audiwerken in Zwickau/Sachsen. Bereits am 14. November 1899 in Köln-Ehrenfeld legt August Horch mit der Gründung eines Unternehmens den Grundstein für die Marke mit vier Ringen. Der Sohn eines Schmiedes, der schon Automobilerfahrung bei der Firma Benz gesammelt hat, stellt 1901 sein erstes eigenes Automobil vor. Streitigkeiten im Unternehmen und finanzielle Probleme sind der Grund für Horchs Ausstieg aus diesem Unternehmen im Jahre 1909. Auch den Prozess um den Firmennamen verliert er, so dass er seine neue Automobilfirma, die er in Zwickau gründet, nach der lateinischen Übersetzung seines Namens benennt: Audi.
Als erstes erwähnenswertes Automobil Zwickauer Fertigung bringt Horch 1912 den Wanderer heraus, der 1913 in die Serienproduktion ging. Seinen Beinamen Puppchen erhielt dieser überaus beliebte Wagen übrigens aus der gleichnamigen Operette, zu deren Bühnenausstattung ein Wanderer gehörte.
Im Jahr 1921 revolutionierte Horch das Automobil, indem er als Erster bei einem Auto das Steuer und damit den Fahrer auf die linke Fahrzeugseite verlegt. Bis dahin waren alle Autos in Deutschland rechtsgelenkt, ein Relikt aus der Kutschenzeit.
Diese neu eingeführte Linkslenkung setzte sich aufgrund der deutlich besseren Übersicht für den Fahrer bei allen deutschen Herstellern durch. Doch auch sonst zeigte sich Horch sehr innovativ. Der 1926 vorgestellte Horch 303 war das erste deutsche Automobil mit einem 8-Zylinder-Motor, der in Großserie ging. Eine bedeutende Entwicklung nahm das Unternehmen durch die Aktienmehrheit von Jörgen Skafte Rasmussen, der ab 1931 für den DKW-Kleinwagen verantwortlich war. Über eine viertel Million dieses Zweitakters verließen die Zwickauer Werke bis 1942.
Aus den Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer wurde am 29. Juni 1932 die Auto Union gebildet, die ein Jahr später den neuen Audi, einen Fronttriebler mit 6-Zylinder-Motor auf der Berliner Automobilausstellung vorstellte.
Vor allem im Rennsport verschaffte sich die Auto Union schnell einen Namen. Mit den vier Marken zogen auch die vier Ringe als Logo auf den Fahrzeugen ein. Da sich die Auto Union ab 1940 ausschließlich mit der Produktion von Rüstungsfahrzeugen beschäftigte, wurde nach dem Krieg das gesamte Werk enteignet und bereits 1945 demontiert. Die Firmierung Auto Union wurde gelöscht.
Wieder stand Horch ein Umzug bevor. Dieses Mal ging es mit Krediten der bayrischen Staatsregierung und Hilfen aus dem Marshall-Plan ins bayrische Ingolstadt, wo ab 1950 unter der Firmierung Auto Union GmbH das Modell DKW Meisterklasse F 89 P gebaut wurde. Eine von Karmann gebaute Cabrioversion ergänzte das Angebot. Aus der Meisterklasse entwickelte sich bis 1953 der 3=6, ein Dreizylinder-Zweitakter. Andere Automobilhersteller wurden auf die Ingolstädter aufmerksam und 1958 schluckte auf Betreiben des Großindustriellen Friedrich Karl Flick die Daimler Benz AG das Unternehmen. Bis 1965 war damit jeder Audi eigentlich ein Mercedes. Ebenfalls Flick war es, der Ende 1964 einen erneuten Konzernwechsel anregte. 1966 wurde die Auto Union zu einer hundertprozentigen VW-Tochter.
Der Wechsel zu VW brachte eine grundlegende technische Veränderung. Der lange Jahre erfolgreiche Zweitaktmotor bei DKW wurde aufgegeben – fortan arbeitete ein noch unter Daimler-Benz-Regie entwickelter Viertakter im DKW.
Diese Entwicklungen zeigen, wie irritierend die Marke Audi früher war und wie schwer es fiel, bei vier Marken unter einem Dach und ständigem Wechsel in den Besitzverhältnissen zu agieren. Dass dies dennoch gelang – oder gerade deshalb – ist erstaunlich.
Die unterschiedlichen Marken ließen viel Spielraum für Individualität. Das mag ein Grund dafür sein, dass die Marke Audi auch heute noch für innovativen Automobilbau steht. Ein gutes Beispiel dafür ist der zur Auto Union gehörende NSU. Spätestens 1967 bewiesen die Neckarsulmer mit dem Ro 80,
dass sie nicht nur ein modernes Auto bauen konnten, sondern sowohl technisch als auch in der optischen Linienführung weit voraus waren. So weit, dass der Ro 80 keinen Volumenmarkt fand und floppte.
1968 wurde der Audi 100 vorgestellt, mit dem die Erfolgsstory in eine neue Etappe geht. Vom VW-Konzern aus war solch ein Fahrzeug eigentlich nicht vorgesehen. Cheftechniker Ludwig Kraus (Audi Ingolstadt) ließ diesen Wagen ohne Wissen des VW-Konzerns entwickeln.
Der VW-Konzern gab dann doch die Freigabe, und der erste Audi ohne DKW-Einflüsse entstand. Audi wagte sich damit in die obere Mittelklasse, und das mit Erfolg! Ein ausgereift konstruiertes Fahrzeug mit, für damalige Verhältnisse, sehr sportlicher Motorleistung. Einfach elegant und sportlich.
Zur IAA 1969 stellt Audi noch ein absolutes Highlight vor, das Coué S. Ein wunderschönes Coupé, das es damals gegen die Mitbewerber (vor allem gegen die Mercedes C/CE) nicht leicht hatte – dennoch begeisterte der elegante Audi schnell eine große Fan-Gemeinde.
1972 wurde mit dem Audi 80 der nächste Volltreffer gelandet. Mehr als eine Million Audi 80 wurden von 1972 bis 1978 gebaut. 1974 kommt der Audi 50 auf den Markt. Optisch erinnert er sehr an den großen Bruder, den Audi 80. Auch die Motoren und die Karosserie gleichen dem Konzept des 80ers. Nach einem halben Jahr wird der Audi 50 dann aber über Volkswagen als VW Polo angeboten.
Eine weitere Innovation bedeutete 1978 die Vorstellung des Audi Quattro. Die bis dahin nur bei Gelände- und Lastkraftwagen eingesetzte Allradtechnik bescherte den Ingolstädtern vor allem im Rallyesport einen hohen Imagegewinn. Dieses gewonnene Image nutzte Audi und stieß mit neuen Fahrzeugen in bisher nicht besetzte Bereiche vor.
1985 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens von Audi NSU Auto Union AG in AUDI AG. Seither tragen das Unternehmen und die Produkte den gleichen Namen. Der Firmensitz wurde nach Ingolstadt zurückverlagert. Ein Feuerwerk technischer Innovationen begleitete den weiteren Werdegang von Audi: Vollverzinkte Karosserien, die seinerzeit weltweit strömungsgünstigste Großserienlimousine, breite Einführung von Benzinmotoren mit Abgasturboaufladung, Entwicklung sparsamer direkt einspritzender Dieselaggregate, Aluminiumkarosserie, erste Hybridfahrzeuge, Benzin-Direkteinspritzung und die Herstellung von Automobilen der Luxusklasse mit Acht- und Zwölfzylindermotoren dokumentieren seither den Aufstieg der Marke Audi zum Premiumhersteller im Automobilbau.
Die Spitze dieser Modellpolitik markierte 1988 der Audi V 8, der 1994 als Audi A 8 seine Fortsetzung fand und die Marke Audio als Premiumhersteller etablierte. Inzwischen besetzt Audi mit einer umfangreichen Produktpalette fast alle Automobilsegmente vom Kleinwagen bis zum Sportwagen.
Die dritte Epoche des Audi-Kühlergrill-Designs wird 2004 eingeführt: der Audi-Singleframe-Kühlergrill.
Bei dieser Optik teilt die Stoßstange den Kühlergrill nicht mehr in zwei Teile, sondern besteht oberhalb aus einem größeren Teil mit dem Logo und unterhalb aus einem kleineren Teil ohne Funktion, der das Design abrundet. Der überdimensionale Kühlergrill soll den Fahrzeugen ein markantes Aussehen geben.
Die aktuelle Modellpalette von Audi umfasst den im März 2010 vorgestellten Kleinwagen Audi A 1, der technisch auf dem dreitürigen VW Polo basiert. In der Kompaktklasse bietet Audi den in der aktuellen Modellform seit 2003 produzierten A3. Der Audi A4, dessen Plattform 2007 geändert wurde, ist in der Mitteklasse zu Hause und ist das meistproduzierte Fahrzeug des Unternehmens.
Der Audi A5 wurde von Walter Maria de’Silva entworfen und im März 2007 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt. Das auf dem Mittelklassewagen A4 basierende Modell ist als Cabrio, Coupé und Schrägheck erhältlich.
In der oberen Mittelklasse ist der Audi A6 seit 2004 zu Hause. 2005 gelang es Audi mit dem Modell die über 30-jährige Vorherrschaft von Mercedes in diesem Marktsegment zu beenden.
Der Audi A8 ist als Oberklassemodell der Nachfolger des Audi V8. Das aktuelle Modell läuft seit 2009 vom Band. Seine selbsttragende Aluminiumkarosserie trägt den Namen Audi Space Frame.
Der Audi Q7 ist ein Sport Utility Vehicle (SUV), welches im September 2005 auf der IAA der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es basiert auf der Studie Audi Pikes Peak Quattro, die 2003 auf der Detroit Motor Show vorgestellt wurde. Der Q7 basiert auf der Plattform „E“ der Konzernmodelle VW Touareg und Porsche Cayenne.
Der Audi Q5 ist die kompakte Variante des Q7, ein kompakter SUV, und seit November 2008 erhältlich. Er wird in Ingolstadt und China hergestellt und baut, wie auch der A4 B8 und der neue A5, auf Audis neuer modularer Längsplattform (MLP) auf.
Der Audi TT ist ein Sportcoupé, welches seit 1998 auch als Roadster angeboten wird. Der Nachfolger des Ursprungsmodells wurde im April 2006 vorgestellt. Neben optischen Änderungen wird der Audi TT erstmals mit dem adaptiven Dämpfersystem Audi magnetic ride optional angeboten. Des Weiteren wird im neuen TT eine Weiterentwicklung des Audi Space Frame verwendet, eine Materialkombination aus Aluminium und Stahl.
Der Audi R8 ist ein Mittelmotor-Sportwagen, der im September 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Name ist eine Anlehnung an den erfolgreichen Le-Mans-Rennprototyp Audi R8. Es basiert auf der Studie Le Mans quattro, die 2003 auf der IAA vorgestellt wurde. Zur Gewichtseinsparung besteht die Karosserie des Wagens vollständig aus Aluminium.
Motorsport spielt in der Geschichte von Audi eine große Rolle. Bereits in den 30er-Jahren nahmen die Grand-Prix-Rennwagen der Auto Union erfolgreich an verschiedenen Motorsportveranstaltungen Teil.
1981 setzte Audi mit dem Quattro als erster Hersteller erfolgreich den Allradantrieb im Rallyesport ein. Ebenso nutzte Audi einen Turbomotor, der eine Neuheit in diesem Sport darstellte. Bis 1984 dominierte Audi den Rallyesport. Von 1988 an konnte man mit allradgetriebenen Fahrzeugen im internationalen Tourenwagensport ebenfalls große Erfolge einfahren. Seit dem Allradverbot in Tourenwagenserien 1998 musste Audi allerdings auf alternative Antriebe umsteigen. Inzwischen wird der A4 DTM mit Heckantrieb gefahren.
Seit 1999 ist Audi die bestimmende Kraft bei den 24 Stunden von Le Mans. Hier gelang ihm 2006 als erstem Hersteller der Sieg mit einem Dieselfahrzeug, dem Audi R10 TDI. In der American Le Mans Series ist das Audi-Team seit 2000 ungeschlagen. 2009 ging mit dem R15 TDI der aktuelle Le-Mans-Bolide an den Start.